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Pop-Tarts

Kennt ihr Pop-Tarts, dieses amerikanische Fertig-Gebäck zum Toasten?

Wer noch nie davon gehört hat, kann sich unter Pop-Tarts folgendes vorstellen: Ein Gebäck ähnlich einer Apfeltasche, das aber nicht aus Blätterteig oder Plunderteig, sondern zwei Mürbteig-Schichten besteht. Pop-Tarts sind recht flach und knusprig, können kalt aus der Packung gegessen werden oder warm (getoastet bzw. ein paar Sekunden lang in der Mikrowelle erhitzt). Inzwischen gibt es die Pop-Tarts in unglaublich vielen Varianten und Geschmacksrichtungen. Besonders angetan haben es mir die Sorten Chocolate Chip Cookie Dough, Chocolate Fudge, S’Mores, Cookies & Cream und Applestrudel. Kellogg’s verkauft das Gebäck, das es übrigens schon seit den 1960er Jahren gibt, nämlich vor allem in den USA.

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Kelloggs – Cornflakes

Jeder kennt sie! (Fast) jeder liebt sie! Und sie sind wirklich überall präsent – die wunderbaren Frühstücksprodukte von Kelloggs. Und wie gewohnt bei unseren Anekdoten zum speziellen Firmenwissen beginnt auch diese Geschichte vor langer, langer Zeit…

 

Alles begann ganz romantisch mit einem Zufall. Im Jahre 1866 gründeten die beiden Siebenten-Tags-Adventisten James und Ellen G. White im beschaulichen Battle Creek, Michigan, circa mittag zwischen Chicago und Detroit gelegen, das Sanatorium “Western Health Reform Institute“ zur geistigen und körperlichen Heilung im Einklang mit ihrer Religion, einer evangelischen Variante des lutherischen Christentums, welche den Samstag an statt des Sonntags als Tag der Auferstehung sieht. Ganz wichtig und zentral in dieser Variante ist eine sehr bewusste und gesunde Ernährung unter gänzlichem Verzicht auf Fleisch. Also bestanden die Grundnahrungsmittel auf Getreidebasis, vor allem aber wurde Brot verzehrt. Zehn Jahre nach Eröffnung im Jahre 1876 stellten die beiden Gründer den frisch promovierten Arzt und ihren persönlichen Protegé Dr. John Harvey Kellogg als medizinischen Leiter für das Western Health Reform Institute ein. Dieser benannte es prompt in “Battle Creek Sanitarium“ um. J. H. Kellogg war ein stets wacher Geist, welcher in allem eine mögliche Innovation sah. So war er mit der einseitigen Ernährung und deren Angebot an Nahrungsmitteln sehr unzufrieden, woraufhin er nach Methoden und Möglichkeiten suchte, diese stetig weiter zu entwickeln und zu verbessern.  Unterstützt wurde er dadurch von seinem Bruder Will Keith Kellogg, welcher, aufgrund seiner Kurzsichtigkeit zeitlebens und völlig zu unrecht als “dimmwitted (trottelig, dämlich)“ betitelt, ab 1880 zuerst die Verwaltung und Geschäftsführung übernahm, aber aufgrund seiner Kreativität und Dynamik mit seinem Bruder die Entwicklung von neuen Diät- und Heilkostprodukten übernahm. Zusammen waren sie unschlagbar. Das führte dann wohl auch zu eben jenem Zufall, welche die Frühstücksgewohnheiten aller Völker für immer verändern sollte.

Als sie im Jahre 1894 erneut Versuche durchführten, um eine Alternative zu dem harten, fade und nicht wirklich wohl schmeckendem Brot zu finden. Dabei bleibt ein eigentlich für einen Teig bestimmter Weizen über Nacht in warmen Wasser liegen, wodurch er am nächsten Tag zur doppelten Größe aufgequollen war. Und hier zeigt sich das Genie der beiden:

Anstatt den Brei weg zu schütten, trennen sie die Körner, drehen diese durch Rollen, wodurch eine geschmeidige Linse entstand. Diese wurde dann wiederum über Nacht getrocknet. Das Ergebnis war ein wohlschmeckende, Nährstoffreiche und leicht herzustellende Weizenflocke, welche mit etwas Salz gewürzt schnell zu der Alternative zum Brot wurde, nach welcher sie knapp zwanzig Jahre zuvor zu suchen begannen. Diese Kreation schmeckte den Patienten so gut, das diese auch nach ihrer Behandlung nicht darauf verzichten wollten. Und obwohl der Name Granose nicht wirklich lecker klang, wurde das Produkt schnell zum verkaufsstarken Produkt. Zu der Gründung der “Battle Creek Toasted Corn Flake Company“ am 19. Februar 1906 produziert die Company etwa 1000 Schachteln pro Tag. Schon ein Jahr später produzieren etwa 300 Mitarbeiter 4000 Schachteln pro Tag. Und schon bald übersteigt die Nachfrage die Produktionskapazität der Firma – Anlass für Kellogg zu einer heute legendären Anzeigenserie, in der er auf seine Lieferengpässe aufmerksam macht, mit dem Effekt, dass die Nachfrage damit natürlich noch mehr steigt.hist_anzeige_kelloggs Das bewirkte eine Initialzündung der Werbung in den Staaten, denn diese war bis zu diesem Zeitpunkt wenig bis gar nicht präsent. Auch in diesem Feld zählen die Kelloggs-Brüder zu Wegbereitern einer heute nicht mehr weg zu denkenden Milliardenschweren Werbeindustrie. Denn von anfang an gingen sie frontal zur Sache.  kelloggs ad 4

Werbung war so neu wie das Automobil vom Laufband. Deshalb hatte sie auch einen Effekt, welchen man sich heute kaum vorstellen kann. Denn bis zum Jahr 1909 sind aus täglich 4000 Packungen unglaubliche 120000 Schachteln am Tag geworden. kelloggs ad 5Das hatten sie natürlich ihrem Genie und Geschäftssinn zu verdanke, denn sie erkannten schnell die Wirkung der Werbung.kelloggs ad 6 kelloggs ad1Doch das Glück der Brüder als Gemeinschaft hielt nicht ewig. Will kam 1906 auf die Idee, den Flocken zur Diversifizierung Zucker beizufügen, um alle Geschmäcker zu erreichen. Doch das widersprach der Philosophie von John Harvey, woraufhin sich die beiden zerstritten und bis zu ihrem Tode kein Wort mehr miteinander wechselten.