Deutschland und Beef Jerky – ein kurzer Abriss

o-BEEF-JERKY-facebookIch habe beruflich wie auch privat sehr viel mit Thema Beef Jerky und Biltong zu tun. Insbesondere interessiert mich die Art, Beef Jerky herzustellen, wie es auch die amerikanischen, eurasischen und arktischen Ureinwohner taten, unabhängig der Fleischsorte oder Tierart. Das das trocknen und haltbar machen von tierischen Produkten hierzulande irgendwie zu kurz kommt, kann man so nicht behaupten, denn Deutschland ist in Sachen Wurst und Schinken neben Südamerika führend in der Welt. Und was ist Schinken? Richtig, am Stück geräuchertes und luftgetrocknetes Schweinefleisch. Pork Jerky sozusagen. Und das in den verschiedensten regionalen Variationen und Arten. Doch eines ist hierbei ganz entscheidend: Deutschland ist einfach ein “Schweineland“, das heißt, das einfach viel mehr Schwein als Rind verarbeitet wird. Natürlich weis jeder Deutsche ein gutes Steak zu schätzen. Doch haben wir aufgrund unserer Traditionen und Lebensarten nicht schon fast eine Verpflichtung dem allgemeinen Beef Jerky gegenüber? Wie kann herrlich getrocknetes und wirklich fabelhaft wohlschmeckendes Rind nur so ein Nischenprodukt sein? Und das in einem Land in dem seid Karl dem Großen, also seid mehr als 1200 Jahren offiziell und chronologisch verbrieft verwurstet, geräuchert und luftgetrocknet wird? An dieser Stelle soll keine Ursachenforschung betrieben werden. Denn es wird schon seine Gründe haben, das sich das Schwein dem Rind gegenüber durchgesetzt hat. Ich würde vermuten, das sich Ochsen über die Zeit eher als Arbeitsvieh denn als Fleischvieh bewiesen haben, und da kommen Schweine natürlich nicht in Frage. Und sicher wurde nicht geschlachtet, was Milch und Käse gab. So weit, so gut. Doch ab einem gewissen Punkt war dann absoluter Stillstand. Ab nun gab es nur noch Schwein. Ab und an vermerkte man in regionalen Küchen mal ein Lämmchen, einen Hammel oder ein Schaf, doch das war zu selten um sich über die Jahrhunderte durchzusetzen. Ich mag mich irren, doch nach eingängiger Recherche hab ich wirklich nicht eine einzige deutsche Tradition rund um das Thema getrocknetes Rindfleisch gefunden. Doch ich gab die Hoffnung nicht auf und erweiterte das Suchgebiet. Und ich wurde fündig. Sehr sogar. Denn es sind die Donaudeutschen und die, die so hoch in den Alpen leben, auch Schweizer genannt, welche doch eine Rindfleischverarbeitende Schinkenkultur besitzen. Gott seis gedankt. Denn so sind wir nun doch nicht ganz außen vor. Da gibt es zum einen das berühmte Bündnerfleisch,

Buendnerfleischplatte eine Art gepresster, angeräucherter und schließlich an frischer Alpenluft getrockneter Rinderschinken, welcher in sehr zarten Scheiben genossen wird. Noch ein Stück südlicher entlang der Donau wächst und wächst diese Kultur. In Spanien ist es Cecina,Cecina in Italien BresaolaAntipasto_di_Bresaola und entlang der Donau bis ins schwarze Meer ist es Pastirma oder auch Basturma,OLYMPUS DIGITAL CAMERA mit leichten regionalen Unterschieden, aber immer vom Rind und getrocknet. Nun sehen wir, was unsere direkten Nachbarn aus Rindfleisch zaubern, da sollten wir uns als Deutsche schon fast ein wenig schämen, oder? Zum Glück gibt es da noch das Gut Conowgut conow an der Mecklenburgischen Seenplatte, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, bestes Beef Jerky aus Deutschland von in Deutschland geborenen, gemästeten und geschlachteten Rindernkuhhaltung1 herzustellen, was ihnen auch seid 2008 bestens gelingt. Doch das kann und darf es noch nicht gewesen sein. Ich bin zu 100% davon überzeugt, das Deutschland in den nächsten 10 – 15 Jahren einen wahren Beef Jerky Boom erleben wird. Denn es ist wie es ist: Richtig gemacht ist Beef Jerky eines der gesündesten, nahrhaftesten und vor allem sowohl Tier- als auch Verbraucherfreundlichsten Produkte überhaupt. Und das lieben die Deutschen. Ich liebe es. Und ich kann es kaum erwarten. In diesem Sinne – immer schön Jerky bleiben…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*