Archiv der Kategorie: Informatives & Wissenswertes

Hier findest du aktuelle Beiträge rund um die Welt der Lebensmittel und unserer Produkte, aber auch Beiträge.

Pop-Tarts

Kennt ihr Pop-Tarts, dieses amerikanische Fertig-Gebäck zum Toasten?

Wer noch nie davon gehört hat, kann sich unter Pop-Tarts folgendes vorstellen: Ein Gebäck ähnlich einer Apfeltasche, das aber nicht aus Blätterteig oder Plunderteig, sondern zwei Mürbteig-Schichten besteht. Pop-Tarts sind recht flach und knusprig, können kalt aus der Packung gegessen werden oder warm (getoastet bzw. ein paar Sekunden lang in der Mikrowelle erhitzt). Inzwischen gibt es die Pop-Tarts in unglaublich vielen Varianten und Geschmacksrichtungen. Besonders angetan haben es mir die Sorten Chocolate Chip Cookie Dough, Chocolate Fudge, S’Mores, Cookies & Cream und Applestrudel. Kellogg’s verkauft das Gebäck, das es übrigens schon seit den 1960er Jahren gibt, nämlich vor allem in den USA.

In unserem Online-Shop: Pop-Tarts

Kelloggs – Cornflakes

Jeder kennt sie! (Fast) jeder liebt sie! Und sie sind wirklich überall präsent – die wunderbaren Frühstücksprodukte von Kelloggs. Und wie gewohnt bei unseren Anekdoten zum speziellen Firmenwissen beginnt auch diese Geschichte vor langer, langer Zeit…

 

Alles begann ganz romantisch mit einem Zufall. Im Jahre 1866 gründeten die beiden Siebenten-Tags-Adventisten James und Ellen G. White im beschaulichen Battle Creek, Michigan, circa mittag zwischen Chicago und Detroit gelegen, das Sanatorium “Western Health Reform Institute“ zur geistigen und körperlichen Heilung im Einklang mit ihrer Religion, einer evangelischen Variante des lutherischen Christentums, welche den Samstag an statt des Sonntags als Tag der Auferstehung sieht. Ganz wichtig und zentral in dieser Variante ist eine sehr bewusste und gesunde Ernährung unter gänzlichem Verzicht auf Fleisch. Also bestanden die Grundnahrungsmittel auf Getreidebasis, vor allem aber wurde Brot verzehrt. Zehn Jahre nach Eröffnung im Jahre 1876 stellten die beiden Gründer den frisch promovierten Arzt und ihren persönlichen Protegé Dr. John Harvey Kellogg als medizinischen Leiter für das Western Health Reform Institute ein. Dieser benannte es prompt in “Battle Creek Sanitarium“ um. J. H. Kellogg war ein stets wacher Geist, welcher in allem eine mögliche Innovation sah. So war er mit der einseitigen Ernährung und deren Angebot an Nahrungsmitteln sehr unzufrieden, woraufhin er nach Methoden und Möglichkeiten suchte, diese stetig weiter zu entwickeln und zu verbessern.  Unterstützt wurde er dadurch von seinem Bruder Will Keith Kellogg, welcher, aufgrund seiner Kurzsichtigkeit zeitlebens und völlig zu unrecht als “dimmwitted (trottelig, dämlich)“ betitelt, ab 1880 zuerst die Verwaltung und Geschäftsführung übernahm, aber aufgrund seiner Kreativität und Dynamik mit seinem Bruder die Entwicklung von neuen Diät- und Heilkostprodukten übernahm. Zusammen waren sie unschlagbar. Das führte dann wohl auch zu eben jenem Zufall, welche die Frühstücksgewohnheiten aller Völker für immer verändern sollte.

Als sie im Jahre 1894 erneut Versuche durchführten, um eine Alternative zu dem harten, fade und nicht wirklich wohl schmeckendem Brot zu finden. Dabei bleibt ein eigentlich für einen Teig bestimmter Weizen über Nacht in warmen Wasser liegen, wodurch er am nächsten Tag zur doppelten Größe aufgequollen war. Und hier zeigt sich das Genie der beiden:

Anstatt den Brei weg zu schütten, trennen sie die Körner, drehen diese durch Rollen, wodurch eine geschmeidige Linse entstand. Diese wurde dann wiederum über Nacht getrocknet. Das Ergebnis war ein wohlschmeckende, Nährstoffreiche und leicht herzustellende Weizenflocke, welche mit etwas Salz gewürzt schnell zu der Alternative zum Brot wurde, nach welcher sie knapp zwanzig Jahre zuvor zu suchen begannen. Diese Kreation schmeckte den Patienten so gut, das diese auch nach ihrer Behandlung nicht darauf verzichten wollten. Und obwohl der Name Granose nicht wirklich lecker klang, wurde das Produkt schnell zum verkaufsstarken Produkt. Zu der Gründung der “Battle Creek Toasted Corn Flake Company“ am 19. Februar 1906 produziert die Company etwa 1000 Schachteln pro Tag. Schon ein Jahr später produzieren etwa 300 Mitarbeiter 4000 Schachteln pro Tag. Und schon bald übersteigt die Nachfrage die Produktionskapazität der Firma – Anlass für Kellogg zu einer heute legendären Anzeigenserie, in der er auf seine Lieferengpässe aufmerksam macht, mit dem Effekt, dass die Nachfrage damit natürlich noch mehr steigt.hist_anzeige_kelloggs Das bewirkte eine Initialzündung der Werbung in den Staaten, denn diese war bis zu diesem Zeitpunkt wenig bis gar nicht präsent. Auch in diesem Feld zählen die Kelloggs-Brüder zu Wegbereitern einer heute nicht mehr weg zu denkenden Milliardenschweren Werbeindustrie. Denn von anfang an gingen sie frontal zur Sache.  kelloggs ad 4

Werbung war so neu wie das Automobil vom Laufband. Deshalb hatte sie auch einen Effekt, welchen man sich heute kaum vorstellen kann. Denn bis zum Jahr 1909 sind aus täglich 4000 Packungen unglaubliche 120000 Schachteln am Tag geworden. kelloggs ad 5Das hatten sie natürlich ihrem Genie und Geschäftssinn zu verdanke, denn sie erkannten schnell die Wirkung der Werbung.kelloggs ad 6 kelloggs ad1Doch das Glück der Brüder als Gemeinschaft hielt nicht ewig. Will kam 1906 auf die Idee, den Flocken zur Diversifizierung Zucker beizufügen, um alle Geschmäcker zu erreichen. Doch das widersprach der Philosophie von John Harvey, woraufhin sich die beiden zerstritten und bis zu ihrem Tode kein Wort mehr miteinander wechselten.

Hellmann’s – aus dem Spreewald in das kulinarische Herz der USA

Wir alle kennen wohl unzählige Erfolgsgeschichten aus den Staaten, die so nur das Leben selbst schreiben kann. Doch sticht eine Geschichte doch besonders hervor. Denn sie ist unmittelbar mit einer Region Deutschlands verbunden, die eigentlich uns gehört, aber an Bekanntheit in Übersee weit übertroffen wird. Wir assoziieren damit ganz klar unsere zweitdunkelste Stunde – nämlich die 41 Jahre unserer Geschichte,  wo wir nicht einfach mal über die Mauer in diese Region reisen konnten. Die Rede ist vom wunderschönen Spreewald. Dort, im beschaulichen Vetschau im Landkreis Oberspreewald-Lausitz 2008_Karte_VETSCHAU_mitOrtsbez karte-vetschau-173931wurde am 22.06.1876 eine der wichtigsten Personen des ausgehenden 19. Jahrhunderts geboren. Sein Name war Richard HellmannRichard_Hellmann und er sollte zu den reichsten Amerikanern seiner aufsteigen.

Hellmann wurde als Sohn eines Sattlermeisters geboren. Er erlernte den Beruf des Kaufmanns. Bedingt durch seine Ausbildung im Spreewald hatte er umfassende Kenntnisse in der Herstellung von Mayonnaise erworben. Nach Tätigkeiten in Halle (Saale) und Hamburg ging er schließlich 1903 in die USA. Zwei Jahre später eröffnete er in New York einen Delikatesladen. Er heiratete die Tochter eines Delikatesswarenhändlers und begann mit der Herstellung von Mayonnaise, die in den USA viele Käufer fand. So wurde er schließlich zu einem der reichsten Männer Amerikas. Seine Heimatstadt vergaß er trotz seines Reichtums nicht. Auch mit Hilfe seiner Spenden wurden in Vetschau eine Turnhalle errichtet sowie ein Tennisplatz angelegt und der Rittersaal renoviert, um nur einige Dinge zu erwähnen. 1930 übergab Richard Hellmann der Stadt eine Stiftung mit einem Kapital von 1.250 Stück Aktien, die einen jährlichen Gewinn von 42.000 Reichsmark einbringen sollten. Über den Verbleib dieses Kapitals ist heute leider nichts bekannt. Dennoch kann die am 01. Februar 1995 wieder gegründete Richard-Hellmann-Stiftung aus den Zinsen des Verkaufs einiger Grundstücke, die R. Hellmann der Stiftung zur Verfügung gestellt hatte, weiterhin soziale Belange unterstützen.

Sein Wohlwollen für seine Heimatstadt war für deren Stadtväter Grund, ihn am 03.05.1929 zum Ehrenbürger von Vetschau zu ernennen. Die Übergabe der Ehrenurkunde erfolgte am 21.09.1929 in New York. Die Richard-Hellmann-Straße in der Nähe des Marktes und der Hellmannplatz neben der auch von ihm unterstützten Turnhalle in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße tragen zum ewigen Andenken an ihn bei.

Über sein Privatleben ist nicht viel bekannt, außer der Tatsache, das er sehr zurückgezogen lebte und ein großer Philanthrop war.  Er verstarb am 02. Februar 1971 im engsten Kreis seiner Familie in einem Hospiz in New York. Er hatte vier Kinder,  Robert, Raymond, Carol, und June, welche aber, soweit bekannt ist, fern dem Unternehmen blieben, welches 2000 an Unilever verkauft wurde.

Es ist schade, das so wenig über diesen Deutschen bekannt ist, denn er hat Deutschland und seine Kultur auf eine Weise bekannt gemacht, wie es nur sehr wenige, zum Beispiel Benz, Wagner oder Albert Einstein geschafft haben, denn die meistverkaufte und meistverspeiste Mayonnaise in den USA und weltweit heißt: Hellmann’s, und das wird wohl auch so bleiben!

Hostess – Twinkies, Ding Dongs und Company

Mit diesem Beitrag eröffnen wir eine ganz neue Kategorie hier auf unserem Dipworld-Blog: Die Kategorie Firmenwissen. Was sie mit diesem Wissen anfangen sollen? Nun, das bleibt natürlich ihnen überlassen, doch lohnt es sich garantiert, sich einige Geschichten, wie auch die über Hostess, zu Gemüte zu führen, was für viel Staunen und “Aha“-Erlebnisse sorgen wird. Viel Freude beim Lesen…

Beginnen wollen wir unsere neue Kategorie mit einem amerikanischen Urgestein…

 

Hostess

Zurück gehen die Wurzeln der Hostess Inc. auf das Jahr 1905, als Ralph Leroy Nafzigernafziger in Kansas City, Missouri, im Keller einer Kirche eine kleine Bäckerei mit Namen Nafziger Bakeries gründete. Diese konnte auch umgehend erste Erfolge feiern, sodass Nafziger kontinuierlich expandieren konnte, um 1925 seine 10 Backanlagen mit Purity Bakers fusionieren zu lassen. 1927 kaufte Nafziger sich eine Mehrheitsbeteiligung an der Schultze Baking Company, welche zu ihrer Zeit das berühmte “Butternut Bread“Butternut herstellte. Schultze war bis dato die größte Einzelunternehmung in Chicago sowie in Illinois, was Nafziger einen Lichtsprung gleich nach vorne warf, um nach der Fusion der Schultze Baking  mit 7 kleineren Bäckereien der Westküste 1930 die Interstate Bakeries Corporation1280px-Interstate-bakeries1 zu gründen. Damit war ein Meilenstein gelegt, welcher bis heute an der selben Stelle liegt. Doch das war tatsächlich gerade einmal der Anfang ein unvergleichlichen amerikanischen Erfolgsgeschichte, welche den Mythos des amerikanischen Traums sicher wie kaum ein zweiter befeuert hat. Denn damit war das Fundament für eine Unternehmung gelegt, welche mehr amerikanische Klassiker hervorbringen sollte wie Ford oder Pepsi.

Angefangen hat dies alles mit dem namentlich wohl bekanntesten Vertreter: Dem Cupcake! Denn diese produzierte die mit der IBC fusionierte Taggart Bakery schon Ende 1918, sodass am 11. Mai 1919 der erste industriell hergestellte und in Plastikfolie verpackte Cupcake verkauft wurde. Zwar gilt Hostess nicht zwingend als Namensgeber, doch etablierte sich dieser Name für die Kuchenform und durchdrang sowohl den englischen als auch den europäischen Sprachraum, obwohl es weitere 100 Jahre dauerte, bis dieser Begriff endgültig auch bei uns angekommen war. So gilt Hostess heute als Erfinder des Cupcakes. Und diesen kennt heute wirklich jeder, denn weltweit gibt es dafür jetzt unterschiedlichste Varianten, in Japan werden Cupcakes sogar nach traditionellen japanischen Rezept “moderniesiert“, also als Reiskuchen mit modernen Füllungen und Glasuren. Cupcakes sind also nicht mehr wegzudenken.

Sechs Jahre später sollte der nächste große Renner zum Sortiment dazustoßen. Denn mit dem Wonder Bread, einer Art süßem Weißbrot, was im Geschmack sehr an Rosinenbrötchen erinnert, war auch die Idee zu Hostess geboren, eine Art eigene Produktlinie der IBC für Törtchen und Küchlein.  Und mit diesem zwar überschaubaren, aber dennoch sehr erfolgreichen Sortiment musterte sich die IBC schnell zur größten Industriebäckerei in den Staaten. Doch die eigentliche Erfolgsgeschichte sollte erst 1930 beginnen…

Denn seid ein paar Jahren arbeitete der eifrige und erfinderische James A. Dewarjamesdewar als Bakery Manager bei der IBC. Eines Tages bemerkte er (und es muss ihm wie Schuppen aus den Augen gefallen sein), das doch recht viele Maschinen in Produktionspause gehen mussten, da sie teilweise sehr spezifisch und nur zur Herstellung einzelner Komponenten von Nöten waren. Und darin lag die eigentliche Genialität: Warum die Füllungsmaschinen nicht einfach mit diversen Füllungen versehen und somit viele neue anderer Küchlein entwickeln? Im speziellen ging es ihm um das “Strawberry Shortbread“, welches eben nur saisonal produziert werden konnte, da Erdbeeren nicht ganzjährig wachsen. Und so kam er auf die geniale Idee, der Maschine Bananen zur Füllung zu geben, welche mit einer Creme haltbar und verwendbar gemacht wurde.  Diese wurde dann einfach in die Shortcakes eingespritzt und sollte eine wunderbare Kombination ergeben. Auf einer kurzen Fahrt zu einem Lieferanten verspeiste er gerade so ein neuentwickeltes Schätzchen, als er auf einer Reklametafel den letztendlichen Coup entdecken sollte: Denn dort wurde für einen Schuh geworben, den “Twinkle Toe Shoe“ – eine amerikanische Ikone, der Twinkieegon-spengler-twinkie war geboren.

Damit hatte die IBC im wahrsten Sinne des Wortes eine “Golden Sponge“-Ader getroffen, denn nun flossen Gewinne in Strömen, und das obwohl die große Depression gerade in vollem Gange war. Oder gerade weil, denn für einen Nickel (5cent) bekam man zwei in eine Folie “gewrappte“ Küchlein.twinkie-history Umgerechnet sind das heute etwa 70 cent, sodass sich selbst in schlimmsten Zeiten jedermann einen Twinkie leisten konnte. Und das erklärt sich nicht nur durch seinen enorm hohen Zuckergehalt. Für die Amerikaner ist der Twinkie so etwas wie das zweischneidige Damoklesschwert, denn auf der einen Seite ist der Twinkie die wohl beliebteste Süßware, zum anderen gibt es kaum ein mit so vielen negativen Quärelen und Anhaftungen versehenes Produkt. Und doch hat sich diese kleine unwiderstehliche Versuchung bis heute gehalten und sogar aktuell zwei große Insolvenzen überlebt, auch wenn selbst die genialsten Wirtschaftsweisen der USA bis heute keine Ahnung haben, wie die einst größte Bäckerei nach 85 Jahren Bankrott gehen konnte. An der Firmenpolitik lag das wohl nicht. Vielleicht aber an einem der größten Streiks in der Geschichte? Wer weis das schon…

Neben den berühmten Cupcakes und Twinkies zählt Hostess Brand (vormals IBC, dann Continental, dann Hostess Brand) noch weitere Leckereien und Küchlein im Sortiment. So vor allen Suzi Q’s, Ho Hos, Ding Dongs , Zingers, Sno Balls und Donettes. Und diese ganzen fabelhaften Sorten erlebten zum Glück in den letzten zwei Jahren ein Revival, denn nach der großen Pleite von Hostess Ende 2012 war keine Rettung in Sicht. Bis sich die in Kanada ansässige Holding Vachon Inc. von Saputo Incorporated ein Herz fasste, und die Produktion der gesamten Linie von Hostess in Kanada übernahm. Und siehe da, seit dem alle Anteile in den Staaten verkauft wurden, entwickelt sich Hostess gerade wieder unter dem Dach der Hostess Brands, LLC zu einer erfolgreichen Aktiengesellschaft. Vielleicht wurde endlich das Potential für Übersee und den asiatischen Raum erkannt, denn nicht nur der Ami liebt Twinkies und Co, auch die Europäer kommen bald nicht mehr ohne aus. Eine sehr positive Entwicklung, wie wir finden, denn es gibt wirklich keinen Ersatz für Ding Dongs und Ho  Hos, und das geht nun wirklich gar nicht! In diesem Sinne, Häng dich rein…

 

 

Crackling, Scratching, Crunch – was sind Schweinekrusten?

Schweinebauch-2Das, was hier so eigenartig nach Fett und Speck klingt und wohl bei Einigen anstößige Gefühle erwecken wird, ist genau das, was das Eisbein so lecker macht, ja eigentlich was jeden Schweinebraten so lecker macht: die krosse Kruste! eisbein

 

Wenn wir ehrlich sind, verspeisen wir Eisbeine doch nur wegen der Kruste! Als ich kleiner war, habe ich immer die Haut abgeknuppert und meine Mama musste den fettigen Rest verspeisen. Na, wer kennt das auch? Aber nun ja, wir wussten es ja nicht besser. Doch das ist völlig unnötig. Denn schon seid mehr als 1000 Jahren existiert auch in Deutschland ein traditionelles Rezept für das in Fett ausbacken von Schweineschwarten. Doch während der industriellen Revolution ging diese deutsche Eigenart leider verloren. Nur unseren direkten Nachbar in Nord, Ost, Süd und West ist diese Tradition erhalten geblieben. Besonders berühmt sind natürlich die dänischen Speckkrusten. So berühmt, das sie aufgrund der Hohen Nachfrage in Südostasien dort eigens ein Werk errichtet haben, sodass dänische Speckkrusten von dänischen Schweinen in Thailand produziert werden müssen, um dann wiederum auf dem europäischem Markt verkauft zu werden. Ein weiteres Land, oder eher Insel,  welches auf eine lange Tradition in Sachen Schweineschwartenverarbeitung zurückblicken kann: Das Vereinigte Königreich._60150950_uk_map Und wir sprechen hier bewusst nicht von England, denn Pork Crackles, Scratchings und Crunch erfreuen sich schon seid es Pubs auf der Insel gibt absoluter Beliebtheit. Man munkelt sogar, das Shakespeare sein Meisterwerk Hamlet nicht nur auf Alkohol, sondern mit dem Mund voller Scratchings geschrieben haben soll.  Wie man sieht, gehören Schwarten und Krusten hier zur Tradition. Doch während in unseren Gefilden nur einfachste Teile produziert werden, so nehmen sich die Tommys doch schon sehr viel mehr Zeit für ihre Spezialität. Denn allein schon die Tatsache, das es diese Spezialität in drei Arten gibt, sagt alles. So sind ScratchingsLarge_Pork_Scratching quasi die Urkruste, meist doppelt gebacken für einen sehr knusprigen Biss.0611GTfat-pork-scratchings-434 Crackles sind etwas leichter, da nur einmal gebacken.pork crackling Beide werden aus der Wade der Hinterläufe, dem sogenannten Shank, gewonnen, Pork-pigwährend Crunch199_Schweinekrusten_002_1 aus der Schwarte am Rücken gewonnen wird, welche insgesamt massiver ist, sodass sie wie eine Art aufgepoppte Schwarte wirkt, also sehr sehr luftig und kross. crunch-pig

Soviel dazu, wo man gebackene Schweinekrusten alles finden kann und woher diese stammen.

Nun wollen wir uns einmal den sehr guten Nährstoffeigenschaften widmen. Denn anders als man denkt steckt in den Krüstchen eine Eiweissquelle, welche ihres Gleichen sucht. Denn der Proteingehalt liegt bei 40 – 60%, das heisst, auf 100g Schwarte kommen 40 – 60 Gramm tierisches Eiweiss. Diese Werte hat keine Beef Jerky und kein ordinäres Eiweisspulver auf dieser Welt. Wer hätte gedacht, das es nach dem Training nichts besseres gibt als diese kleinen, knusprigen und unheimlich lecker schmeckenden Schwarten? Würde man jetzt seinen Personal Trainer darauf hinweisen, würde der einem wahrscheinlich den Vogel zeigen, obwohl er natürlich zu Hause im Schrank selber Tütenweise gebunkert hat. Ich spreche aus Erfahrung.

Nun denn, wir sehen erneut wie schnell man sich von Äußerlichkeiten täuschen lassen kann. Doch darauf kommt es eben nicht an,sondern auf das, was drinne steckt.

Die Barbecue-Sauce und ihre wahre Natur

memphis-bbq-sauce-1Wie sie wissen finden sie in dieser Rubrik immer nützliches wie auch skurriles, aber vor allem immer Informationen die sie so garantiert noch nicht kannten. Nun präsentiere ich ihnen hier den nächsten, milden “Schocker“. Denn wer denkt nicht, das der All-American-Classic, die Barbecue Sauce, auch tatsächlich aus den USA stammt?  Ha, da habe ich sie wiedereinmal dran gekriegt, oder? Sie können es glauben, denn die Barbecue Sauce ist noch viel unamerikanischer als Barbecue an sich. Fast schon unglaublich,oder? Denn denkt man an die drei genussschwangeren Buchstaben B B und Q hat man gleich noch einmal drei Buchstaben im Sinn: USA! Doch wenn die Wahrheit der Mars ist, befinden wir uns derzeit auf dem Neptun. Denn sowohl das klassische BBQ wie auch die die dazugehörige Sauce sind die unamerikanischsten Erfindungen seid Kanada (Frankreich) und der Saturn-Trägerrakete (Denn die wurde von von Braun entwickelt). Das Barbecue an sich stammt eher aus dem karibischen bis südamerikanischen Bereich, wo eben jenes das Garen über einem Holzgerüst bezeichnt. Doch schnell trugen die Sklaven und Entdecker diese Zubereitungsart weiter nach Osten und vor allem in den Norden, wo es sich sehr schnell etablierte, vor allem in den Südstaaten und den Carolinas. Schnell übernahmen die Angloamerikaner diese Tradition, sodass alle Welt denkt, BBQ wäre eine US-Amerikanische Erfindung. Und so verhält sich das eben auch mit der Sauce. Denn diese kommt ursprünglich tatsächlich aus Polen, des Deutschen liebsten Nachbar. Denn dort kehrte Ende des 15. Jahrhunderts der Kaufmann und Reisende Luka Glabbekowşkí von einer Reise aus Nordafrika zurück, wo er eine aus der Sahara stammende eingekochte Würzpaste mitbrachte, welche zum einreiben und marinieren von koscherem Fleisch gedacht war. Es sollte keine hundert Jahre dauern, bis dieses Prinzip des Einkochens verschiedener Gemüse und Gewürze zu einer Paste  zur Tradition wurde. Die nächsten in dieser Reihe waren, wer sonst, die Deutschen, denn die waren die ersten, welche dieses Prinzip, wie immer, zu höchsten Meisterschaft und Qualität trieben. Hier war der Grundstoff vor allem Senf. Und noch heute taucht dieses Original auf: Als BBQ Sauce South Carolina Style, eine der beliebtesten Arten amerikanischer Barbecue Saucen. Das ist eine deutsche Erfindung. Und wie kam es nun, das BBQ zum Ami wurde? Nun, so wie es schon immer in der neuen Welt lief: durch kopieren, adaptieren und (leider nur teilweise) verbessern. So war es niemand geringeres als George Washington höchstpersönlich, welcher die Wörter Barbecue als Zubereitungsform und Barbecue-Sauce als unverzichtbarer Zusatz in das erste amerikanische Dictionary aufnehmen ließ, und da die Sieger die Geschichte schreiben, ist Barbecue seit dem amerikanisch. Aber eben nur so amerikanisch wie der Hamburger und die Freiheitsstatue! 😉Low-Carb-Barbeque-Sauce

Eierkuchen, Pancakes, Crêpes… Das ideale Frühstück des Weltbürgers?


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Es ist nicht ganz sicher, ob sie tatsächlich weltweit verspeist werden. Sicher ist, das in der europäischen sowie transeuropäischen Küche Pfannkuchen unter diversen Namen zu jeder Landesküche gehören. Sie gehören somit zum europäischen Standard. Mittlerweile werden sie auf zweidrittel des Erdballs zu mindestens einer Hauptmahlzeit des Tages gereicht oder dienen als eben diese. Wie immer ist der Ursprung des Pfannkuchens ungewiss und lässt nur Vermutungen zu. Sicher ist jedoch, das schon die alten Ägypter eine Mischung aus Buchweizenmehl, Ziegenmilch, Eiern und Zuckerrübensaft zusammenrührten und diese dann in dünnsten Fladen an Wandöfen ausgebacken haben. Dies waren wohl die ersten Pfannkuchen der Welt. Auch die Römer kannten eine Eierspeise, verrührt mit Milch und Wasser und gewürzt mit Honig und Pfeffer, jedoch ohne das bindende Mehl. Archäologen haben unzählige Werkzeuge und Zubehör zur Herstellung identischer Speisen entdeckt, auf dem gesamten Globus verstreut. So müsste der Pfannkuchen eher Steinkuchen heißen, denn schon immer hat der Mensch neben offenen Feuerstellen große Steinplatten zum erhitzen, garen und backen verwandt, siehe dem nahen Osten heute, wo auf diese Weise noch traditionell gebacken wird.

Die prägnanteste Wurzel ist jedoch das früheste europäische Mittelalter. Hier finden sich mehrere Hinweise auf Pfannkuchen-ähnliche Speisen. Diese haben sich aus Omelett-ähnlichen Speisen durch Zufügen von mehr Mehl und aus Getreidebreien entwickelt, die häufig, wie Fladenbrote auch, auf heißen Steinen gebacken wurden. Eines der ersten, schriftlich überlieferten Rezepte ist eines aus dem 15. Jahrhundert aus Hirsemehl, Eiern, Käse und Zucker.

Ab diesem Zeitpunkt wurde die Rezepte für Pfannkuchen in zwei Richtungen weiter entwickelt: Die hohe, eher fluffige Variante und die flache Version. Für die  Rezepte der ersten Variante war der Pfannkuchen durchaus auch stellvertretend für Kuchen. Backpulver, das unser Gebäck heute in die Höhe treibt, war noch unbekannt, und so versuchte man einen ähnlichen Effekt über die Zugabe von viel Ei zu erreichen. Auf der anderen Seite entwickelten sich Rezepte mit regionalen Spezialitäten wie die bretonische Galette,Galette_kichijojiGalette.wmt die ursprünglich aus einem nur aus Buchweizen, Wasser und Salz bestehenden Brei bestand, der auf einem heißen Stein gebacken wurde. Desweitern gibt es eigentlich in jedem europäischem Land bis weit nach Sibirien eine eigene regionale Variante des Pfannkuchens. So sind es in Russland die Blinisbliniund auch OladjiRussian_oladyi,_Bob_Bob_Ricard,_Soho,_London welche sich sowohl süß als auch herzhaft zubereiten lassen. Reist man weiter Richtung Westen über Ungarn betritt man ehemaliges deutsches Reichsgebiet. Deshalb heißt der Pfannkuchen in Ungarn auch Palatschinken

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, vom deutschen Palatschinke, und den kennt wirklich jeder! In Deutschland kennt man sie ganz einfach unter Pfann- bzw. Eierkuchen,Pfannkuchen_mit_Zucker wo sie auch sehr beliebt sind, egal in welchem Alter!pfannkuchen mi tzuckerAuch im Süden und äußersten Westen Europas sind sie traditionell beliebt und werden von allen Schichten und Altersklassen verspeist. In Frankreich kennt man sie als Crepes Crepes_dsc07085, in den Niederlanden ganz sprizig als Poffertjes

Processed by: Helicon Filter;
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in Italien Farinata La_Farinata_della_Riviera_italianaund in Nordspanien Filloas.Filloas_rellenas_de_compota_de_manzanaDie nördlichsten Vertreter heißen Svele in Norwegen SvelerezeptPannukakku in Finnlandpannukakkuund Pönnukaka in Island.1280px-PönnukökurDas kann man wahrscheinlich ewig so weiterführen, doch gibt es eine westliche “Grenze“ des Eierkuchens. Der Name: Pancake!pancake-640869_1280 Ja, da macht es bei den meisten Klick, weil wahrscheinlich ein Großteil der Bevölkerung denkt, das Pancakes, übersetzt Pfannkuchen, eine amerikanische Erfindung sind. Doch wie in diesem Beitrag schon ersichtlich, sind Pancakes so amerikanisch wie deutsches Bier. Doch welche Variante im Endeffekt für jeden den Favoriten ausmacht, kann und darf im Hinblick auf die riesige Auswahl probiert werden. Eine Art Pancake-Trial, eine leckere und kalorienreiche dazu! Häng dich rein…

 

 

Schokolade und Gesundheit

Oh Schokolade, du bittersüßer Dickmacher der du jede Figur zerstörst! Oh Schokolade, du alles zerfressender Zahnschmelzvernichter! Oh Schokolade, du…! Oder doch nicht? Kaum ein Lebensmittel ist so stark verschrien wie die gute, alte Schokolade! Die selbe, welche in unterschiedlichsten Formen schon vor 3500 Jahren geerntet und verarbeitet wurde. Der Grundstoff Kakaokakaobohne ist eine der ältesten dem Menschen bekannte und von ihm kultivierte Pflanze auf unserem Planeten. So begannen die mexikanischen Olmeken schon circa 1500 v. Chr. mit der Kakaopflanze zu arbeiten. Dort entstand auch die erste überlieferte Form von Schokolade, die sogenannte mexikanische Schokolade, Mex_schokoladeeine Masse aus gepressten Kakaobohnen, Zimt und Zucker, welche trotz ihres leicht anstößigen Aussehens wirklich fabelhaft schmeckt, wie eine ordentliche Portion Weihnachten und Ostern kombiniert! Sehr lecker, sehr alt, sehr traditionell! Und: GESUND! Denn schon die Mayas wussten um die gesundheitsfördernde Wirkung des Kakaos, weshalb diese auch nur dem männlichen Adel vorbehalten blieb. Natürlich wurde das damals nur beobachtet. Heute wissen wir um die stimmungsfördernde Wirkung des Kakaos. Denn Kakao, und somit auch Schokolade, enthalten neben dem koffeinähnlichem Theobromin auch Anandamide. Diese so kunstvoll klingende chemische Gruppe bezeichnet eine Substanz, welche vom Körper selbst produziert wird und für die “Abwesenheit des Unglücks“ verantwortlich ist. Diese ist also maßgeblich bei der internen Glücksproduktion verantwortlich. Und sie wirkt tatsächlich wie Cannabis, denn sie dockt im Endocannabinoid-Systems an den selben Rezeptoren an, welche wir brauchen, um “high“ zu werden. Was ein Zufall, oder? In diesem Sinne macht Schokolade tatsächlich süchtig, jedoch verbunden mit dem Glücksgefühl was entsteht, was rein gar nichts damit zu tun hat, das viele auf Schokolade als letzten Trost zurückgreifen, was dann natürlich Effekte auf Leib und Hüfte hat. Alles in allem kommt es immer darauf an, wann und wie viel man zu sich nimmt, denn auch die Art der SchokoladeVarious_Chocolates_2 hat darauf Einfluss.

Alles in allem gibt es weder pro noch kontra. Schokolade in Maßen wirkt stimmungsfördernd, aphrodisierend und ist halt einfach lecker. In Massen? Nun ja, das ist kein Geheimnis, in Massen macht Schokolade fett und unglücklich. Also, wie Paracelsus schon sagte: “Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“ In diesem Sinne, häng dich rein…

M&M’s – eine amerikanische Erfolgsgeschichte

M&M’s sind in aller Munde, im wahrsten Sinne des Wortes. Doch kennen wir sie hierzulande nur als Vollmilch oder gefüllt mit Erdnuss oder Weizencrisp. Die eigentlichen Hammersorten sind jedoch Dark Chocolate und Pretzel, denn sie fallen nicht nur aus dem Rahmen, sondern sind auch nur auf dem amerikanischem Markt erhältlich. Und nun auch bei Dipworld.com! M&M-Dark M&Ms-Pretzel

Wie bei fast jedem Produkt aus unserem Sortiment steht auch hinter der Historie von M&M’s eine bewegte und ereignisreiche Geschichte. Denn schon in den frühen 1920er Jahren experimentierte die Familie Mars mit Süßigkeiten. Doch erst der am 21. März 1904 in Wadena, Minnesota geborene Forrest Edward Mars senior verlieh dem Namen Mars eine so fulminante Bedeutung. Denn genau dieser zeichnet sich für unzählige Innovationen verantwortlich, insbesondere bei Schokoriegeln, Instant-Reis und Tiernahrung. Denn nachdem Forrest 1928 seinen Abschluss an der Yale Universität in Wirtschaftsingeneurwesen machte, stieg er bei seinem Vater Frank C. mit ein, was jedoch aufgrund diverser Streitigkeiten mit ihm nicht funktionieren wollte. So ging er kurze später nach England und erfand dort einen der populärsten Riegel unserer Zeit, den berühmten Mars-Riegel. Nach kurzer Arbeit für Nestle und Toblerone kam er zurück in die Staaten und gründete umgehend sein eigenes Lebensmittelunternehmen, die Food Products Manufacturing. Mit ihr etablierte er den Uncle Bens Reis und die Hundefuttermarke Pedigree, beide noch heute Marktführer auf ihrem Gebiet. Sein eigentlicher Geniestreich gelang ihm jedoch 1940 in zusammenarbeit mit seinem ehemaligen Studienkollegen und Freund Bruce Murrie: Sie waren als Beobachter im spanischen Bürgerkrieg tätig und dort beobachteten sie die Soldaten dabei, wie sie kleine Schokodrops mit dem Namen Smarties aßen. Diese sind in Europa schon seid dem 19. Jahrhundert bekannt. Dies ließ er sich am 3. März 1941 patentieren und produziert seid dem die mit einem M markierten M&M’s, was für Mars und Murrie steht. Murrie war im übrigen der Sohn des CEO’s der Hershey-Company, William Murrie, was auch erklärt, warum amerikanische M&M’s bis heute mit Hersheys Schokolade produziert werden. Eine spannende Geschichte, nicht wahr? Sie wird fortgesetzt, soviel ist sicher…

 

Deutschland und Beef Jerky – ein kurzer Abriss

o-BEEF-JERKY-facebookIch habe beruflich wie auch privat sehr viel mit Thema Beef Jerky und Biltong zu tun. Insbesondere interessiert mich die Art, Beef Jerky herzustellen, wie es auch die amerikanischen, eurasischen und arktischen Ureinwohner taten, unabhängig der Fleischsorte oder Tierart. Das das trocknen und haltbar machen von tierischen Produkten hierzulande irgendwie zu kurz kommt, kann man so nicht behaupten, denn Deutschland ist in Sachen Wurst und Schinken neben Südamerika führend in der Welt. Und was ist Schinken? Richtig, am Stück geräuchertes und luftgetrocknetes Schweinefleisch. Pork Jerky sozusagen. Und das in den verschiedensten regionalen Variationen und Arten. Doch eines ist hierbei ganz entscheidend: Deutschland ist einfach ein “Schweineland“, das heißt, das einfach viel mehr Schwein als Rind verarbeitet wird. Natürlich weis jeder Deutsche ein gutes Steak zu schätzen. Doch haben wir aufgrund unserer Traditionen und Lebensarten nicht schon fast eine Verpflichtung dem allgemeinen Beef Jerky gegenüber? Wie kann herrlich getrocknetes und wirklich fabelhaft wohlschmeckendes Rind nur so ein Nischenprodukt sein? Und das in einem Land in dem seid Karl dem Großen, also seid mehr als 1200 Jahren offiziell und chronologisch verbrieft verwurstet, geräuchert und luftgetrocknet wird? An dieser Stelle soll keine Ursachenforschung betrieben werden. Denn es wird schon seine Gründe haben, das sich das Schwein dem Rind gegenüber durchgesetzt hat. Ich würde vermuten, das sich Ochsen über die Zeit eher als Arbeitsvieh denn als Fleischvieh bewiesen haben, und da kommen Schweine natürlich nicht in Frage. Und sicher wurde nicht geschlachtet, was Milch und Käse gab. So weit, so gut. Doch ab einem gewissen Punkt war dann absoluter Stillstand. Ab nun gab es nur noch Schwein. Ab und an vermerkte man in regionalen Küchen mal ein Lämmchen, einen Hammel oder ein Schaf, doch das war zu selten um sich über die Jahrhunderte durchzusetzen. Ich mag mich irren, doch nach eingängiger Recherche hab ich wirklich nicht eine einzige deutsche Tradition rund um das Thema getrocknetes Rindfleisch gefunden. Doch ich gab die Hoffnung nicht auf und erweiterte das Suchgebiet. Und ich wurde fündig. Sehr sogar. Denn es sind die Donaudeutschen und die, die so hoch in den Alpen leben, auch Schweizer genannt, welche doch eine Rindfleischverarbeitende Schinkenkultur besitzen. Gott seis gedankt. Denn so sind wir nun doch nicht ganz außen vor. Da gibt es zum einen das berühmte Bündnerfleisch,

Buendnerfleischplatte eine Art gepresster, angeräucherter und schließlich an frischer Alpenluft getrockneter Rinderschinken, welcher in sehr zarten Scheiben genossen wird. Noch ein Stück südlicher entlang der Donau wächst und wächst diese Kultur. In Spanien ist es Cecina,Cecina in Italien BresaolaAntipasto_di_Bresaola und entlang der Donau bis ins schwarze Meer ist es Pastirma oder auch Basturma,OLYMPUS DIGITAL CAMERA mit leichten regionalen Unterschieden, aber immer vom Rind und getrocknet. Nun sehen wir, was unsere direkten Nachbarn aus Rindfleisch zaubern, da sollten wir uns als Deutsche schon fast ein wenig schämen, oder? Zum Glück gibt es da noch das Gut Conowgut conow an der Mecklenburgischen Seenplatte, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, bestes Beef Jerky aus Deutschland von in Deutschland geborenen, gemästeten und geschlachteten Rindernkuhhaltung1 herzustellen, was ihnen auch seid 2008 bestens gelingt. Doch das kann und darf es noch nicht gewesen sein. Ich bin zu 100% davon überzeugt, das Deutschland in den nächsten 10 – 15 Jahren einen wahren Beef Jerky Boom erleben wird. Denn es ist wie es ist: Richtig gemacht ist Beef Jerky eines der gesündesten, nahrhaftesten und vor allem sowohl Tier- als auch Verbraucherfreundlichsten Produkte überhaupt. Und das lieben die Deutschen. Ich liebe es. Und ich kann es kaum erwarten. In diesem Sinne – immer schön Jerky bleiben…